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Im Jahre 1982 erschien zum ersten mal das Jugendkultur Magazin "BOOM", das im zweiten Jahre seines Bestehens, 1984 die erste nationale Hitparade, mit ausschliesslich Schweizer Produktionen veröffentlichte. Damals gab es noch über 800 Fachgeschäfte in der Schweiz und gut 40 davon gaben ihre Umsätze mit CH Musik auf einem Fragebogen bekannt. Die meisten wurden allerdings telefonisch abgefragt. So stellten wir sehr rasch fest, dass praktisch nur jene Titel umgesetzt wurden, die auch im Radio Beachtung fanden und regelmäsig gespielt wurden. Das war damals sehr, sehr wenig. Das haben wir anhand der SUISA Abrechnungen, die uns der damalige Direktor Uchtenhagen zur Verfügung stellte, bis hinters Komma errechnen können. Es waren 1984 fast genau 3% Schweizer Musik auf DRS 3 zu hören. DRS 1 und 2 spielten und spielen heute noch erheblich mehr Einheimisches, doch die Ländler, Blasmusik, Klassik und der Jazz dieser Programme ist für die Hitparaden nicht von Belang. Sie ist nur noch für jene relevant, die eben damit aufgewachsen sind. Die Musik ist vor allem für die Jugendlichen ein wichtiges Medium zur eigenen Identitätsfindung. Die Musik, die man in der Pubertät hörte, bleibt für die meisten Menschen prägend.1984 gründete ich die GMM, die Gesellschaft Musik und Medien, mit Andreas Müller (OA St. Gallen), Martin Kaiser (Albani Winterthur), Thomas Weber (Chefredaktor Music Szene), Willy Viteka (Verleger, Gründer des SVMV und ASMP), und natürlich Bobby Leiser, schon zu Lebzeiten eine Backstage Legende.
1986 eruirte die SUISA die Schweizer Musik Anteile auf allen SRG-Sendern selber und veröffentlicht sie seither jährlich. Bei der Präsentation der ersten Resultate an der Bellariastrasse 82 in Zürich, entstand spontan eine neue Gruppierung, die sich später ROCKRAT nannte, mit dem Ziel, sich aktiver für einen höhreren nationalen Musik Anteil einzusetzen. Ursula Bally-Fahr, bis eben noch Sekretärin des SMR, der obersten Instanz der Schweizer Musik sozusagen, anerbot der neuen Gruppe, sich zentral in Aarau in ihren Sitzungsräumen zu treffen. Die Idee entsand in den Gesprächen zwischen P.J. Wassermann und mir und bald kam Danu Siegrist und Higi Heilinger dazu. Nach langen Telefonaten konnten Polo Hofer, Vera Kaa und Hardy Hepp, das Urgestein mobilisiert werden, um den Dialog mit Martin Schäfer, dem damaligen DRS 3 Verantwortlichen aufzunehmen. Diese Schäferstunden zogen sich über mehrere Jahre dahin. Meistens traf man sich in Aarau am Hauptsitz des Schweizer Musikrates. Nach beinahe 20 Sitzungen und etlichen grösseren Anhörungen in allen Radiostudios von DRS 3, bei der SUISA, der Pro Helvetia usw., lag endlich ein mageres Resultat vor. Aber immerhin.
DRS 3 verpflichtete sich 1991, freiwillig 10% Schweizer Musik zu spielen und zwar nach dem Prinzip, jede Stunde ein bis zwei Titel. Es gehört zu den tragischen Momenten in dieser Geschichte, dass wir uns an dieser letzten "Schäferstunde", nicht durchsetzen konnten mit der Forderungt, dass diese Vereinbarung schriftlich abgefasst und öffentlich bekannt gemacht werden müsse, damit sie verbindlich werde. So kam es wie ich befürchtete. Drei Jahre später trat Martin Schäfer von seinem Amt zurück und sein Nachfolger verkündete in seiner ersten Redaktionssitzung, dass ab sofort fertig sei mit diesem "MITLEIDSBONUS für Schweizer Musik".
Der Geist hat sich bei DRS 3 inzwischen verändert, nicht zuletzt dank den jahrelangen unermüdlichen Bemühungen von . Es gibt bereits so etwas wie ein Bewusstsein für eine kulturelle Verantwortung. Dennoch wird es noch viel Kraft brauchen, bis sich auch die gängige Praxis entsprechend entwickelt hat. Wenn man diesen Prozess ernsthaft angehen will, muss man bereit sein, sich auf gültige Parameter zu einigen, um einen messbaren Erfolg zu erreichen. Es müssen musikalische Werte formuliert werden, damit die Radios in einem Anreizsystem für ihre Leistungen belohnt werden können.
Manu Gehriger, einer der sieben Rockräte
| Gründungsjahr: | 1984 |
| Gründungsland: | Schweiz |
| Homepage: | www.smmv.ch |
| Anschrift: | Im Werk 2 Postfach 1006 8610 Uster CH Tel. 044 940 10 50 Fax 044 941 74 23 Skype: "Manugeh" |
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